Auf zum Kirchentag Hannover

Als Reiseveranstalter habe ich Pfarreien eingeladen, mit ihren Gläubigen die GUS zu erkunden. Über die Zeit hinweg habe ich mehr als 1000 E-Mail-Adressen gesammelt und regelmäßig kontaktiert. Es haben sich dadurch einige Gespräche ergeben. Doch ich bemerkte schon damals, als ich anfing meine Angeboten zu unterbreiten, dass zu viele Informationen überwältigend sein können. Deshalb habe ich den E-Mail-Versand nach zehn Jahren eingestellt.

Trotzdem plane ich, die Pfarreien demnächst für den Kirchentag anzuschreiben und meine Dienste zur Organisation dieses Tages anzubieten. Eine Reise am Kirchentag Hannover bietet den Gläubigen viel. Ist ein guter Seelsorger dabei, entstehen Möglichkeiten für Gespräche und die Verbundenheit wächst.

Die Gemeinschaft wird gestärkt, die Gläubigen unternehmen gemeinsam eine Reise. Gerade auf einem Kirchentag kann Spiritualität erlebt werden. Als Liedermacher habe ich einige Lieder geschrieben, die die fröhliche, hoffnungsvolle Stimmung des Glaubens einfangen sollen.
Beispielsweise dieses;

Hannover – Kirchentag 2025

Der Kirchentag ist 2025 in Hannover; Grund genug, sich mit dem Großanlass zu beschäftigen und erste Erkundungen zu unternehmen. Vom 30. April bis 4. Mai 2025 soll christliche Lebensfreude Hannover durchdringen. Deshalb bietet sich am Kirchentag eine wunderbare Gelegenheit, die Landeshauptstadt von Niedersachsen zu besuchen.

Ausführliche Informationen zum Kirchentag finden sich auf der Webseite
kirchentag.de.

Das Kloster Loccum – Kirchendenkmal der Romantik

Wer ausgiebig Zeit hat, sollte das Kloster Loccum besuchen. Es umschließt eine der schönsten romanischen Kirchen. Das Kloster Loccum findet sich im gleichnamigen Dorf, und der langgestreckte Klosterwald ladet zu kurzweiligen Wanderungen ein. In der Gemeinde lassen sich auch Priester ausbilden:

Ich bin mit dem ÖV aus Hannover angereist, was dreimal länger als mit dem Auto dauert. Doch wirklich lohnenswert kann ein Tagesausflug dorthin sein, schon allein eine Wanderung im Klosterwald entspannt ungemein!

Busse nach Loccum fahren auch von Nienburg aus, von dort aus bestehen weitere Routen zu anderen Destinationen in der Region. Übersichtliche Netzpläne und eine bessere Orientierung an den Haltestellen wünsche ich mir hierzu. 

Das Steinhuder Meer und viele schöne beschauliche Dörfer liegen ebenfalls in der Region. Doch zurück zu Loccum. Die Klosteranlage ist sehr gepflegt, der Friedhof sehenswert, und an zwei schönen Teichen kann man sich erfreuen. 

Zur Geschichte des Zisterzienser-Klosters Loccums;
zwischen 1220 und 1240 wurde es erbaut und erreichte im 14. Jahrhundert seine Blüte. Auf Ersuchen von den welfischen Landesherren wandelte sich Loccum in ein evangelisch-lutherisches Kloster. Dadurch durften keine Mönche mehr eintreten. Stattdessen wurden künftige Pastoren aufgenommen.  Heute führt das Kloster Loccum das Predigerseminar für lutherische Kirchen in Niedersachsen.

Ausführliche Geschichte:

Hier zur Webseite des Klosters Loccum.

Nachfolgend ein kurzes Video;

Klosterkammer Hannover mit den Calenberger Klöstern

2025 soll der Kirchentag in Hannover stattfinden. In meiner Jugend nahm ich gern an Kirchentagen teil. Das Kloster Marienwerder dient heute als Alterssitz von Nonnen, dennoch sind in der Klosterkirche Veranstaltungen geplant. Das Kloster wird wie die anderen Calenberger Klöster von der Klosterkammer mit Sitz in Hannover verwaltet. 

Naheliegend ist deshalb, dass alle sogenannten Calenberger Klöster in der Region Hannover liegen. Marienwerder ist eine der ältesten romanischen Klosterkirchen und versprüht eine wunderbar mystisch-charakteristische Atmosphäre.
Hier ein paar Bilder zu Marienwerder; 

Auf alle Fälle lohnen sich Ausflüge zu ihnen. Wer mit dem ÖV unterwegs ist, sollte unbedingt darauf achten, genügend Zeit einzuplanen. Als praktisch erweist es sich, ein Fahrrad zu leihen. 
Weitere Calenberger Klöster in der Region sind;

Hier geht’s zur Webseite der Calenberger Klöster;
Webseite der Klosterkammer Hannover zu Calenberger Klöster

Und selbstverständlich sind die Gärten von Hannover eine Pracht. Diese beschrieben wir im folgenden Beitrag;

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Die Links innerhalb der Abschnitte von Fließtexten führen zu den entsprechenden Orten und Routen auf der Weltkarte.

Jüdisches Leben in Michelstadt

Ein Freund ist immer gerne zum Rabbi nach Michelstadt gereist. Die Stadt soll ich mir anschauen, Michelstadt ist schön. Und von 1768 bis 1847 lebte der Rabbi Wormser dort, bezeichnet als Wunderrabbi Ba’al Scheem.

Sein Grab ist ein beliebtes Ausflugsziel der jüdischen Gemeinde und ich habe mit meinen beiden Begleitern den jüdischen Friedhof besucht. Bei den Gräbern keine Blumen, sondern Steine. Unter den Steinen werden Wünsche notiert. Die Grabsteine werden zum Teil der Natur. Sie versinken mit der Zeit oder es spriessen Bäume hervor. 

Vor Gräbern hatten die Nazis womöglich Respekt. Obwohl die Juden gnadenlos verfolgt wurden und  Synagogen brannten, haben die Friedhöfe überlebt. Warum das so war? Vielleicht doch die Einbindung mit den Bäumen, die bei den Germanen eine heilige Rolle spielten. Ein Historiker meint jedoch, die Nazis hätten das später getan.

«Überleben» jüdischer Friedhöfe

In Michelstadt gibt es einen jüdischen Laden mit grosser Auswahl an religiösen Symbolen für Juden, um  ihren Glauben zu leben. Das Geschäft besteht schon lange und liegt etwas versteckt in der Altstadt, nur wenige Meter von der Synagoge. Wer bei Kirchenreisen auf Spuren des Judentums wandeln will, kann gerne nach Michelstadt kommen. 

Michelstadt ist ein wunderbarer Ort, um sich in den Cafés zu entspannen oder durch die Gassen zu flanieren. Der Ort gilt als touristisches Zentrum vom Oderwald und immer wieder finden dort Veranstaltungen statt. 

Ich bin nach Michelstadt mit der Odenwaldbahn gereist und komme gerne wieder. Noch ein Blick auf die wunderbare bequeme Unterkunft.

Gastfreundschaft für Pilger

Pilgerstätte irgendwo

Die Pilgerherbergen auf dem spanischen Jakobsweg sind gratis, in der Schweiz muss bezahlt werden. In der Schweiz sind die Schlafräume übersichtlich, die Sanitäranlagen sauber und das Frühstück reichhaltig. Das kostet freilich Geld, daher verlangen die Pilgerherbergen für die Übernachtung Geld.

Vielleicht ein Widerspruch zu irgend einem nicht zu unterschätzenden Aspekt der Gastfreundschaft – oder gar zu jenem christlichen Glaubenssatz über das Erbarmen, wonach man nach Möglichkeit wirklich jedem Menschen helfen sollte? Doch auch schon früher kostete das Pilgern Geld, allerdings barg es viel höhere Risiken.

Die Pilger konnten damals weniger Unterkünfte finden und mussten gar vor Räubern auf der Hut sein. Geriet jemand in Not, so konnten die Daheimgebliebenen niemals umgehend helfen, also konnte plötzlich auch der Geldbeutel für eine Unterkunft fehlen. Heute sind solche Bezahlungen sofort mittels Online-Überweisungen verfügbar. 

In einer Pilgerherberge habe ich über das Frühstück gesprochen, und ob etwas als Wegzehrung mitgenommen werden dürfe: Tee gern, aber Brote vorzubereiten, sei ungern gesehen. Unterwegs gebe es doch genügend Möglichkeiten zur Einkehr. Eine feine und richtige Mahlzeit stärke den Pilger zudem. Diese schöne Erklärungen hat mir sofort eingeleuchtet.

Reisende und Pilger können heutzutage kaum ohne Geld losziehen. In unserem Wirtschaftssystem muss nun einmal bezahlt werden. In der Schweiz hat sich die Kirche diesem System unterordnen müssen. Das Schöne für jeden Pilger daran mag wohl sein, dass gemeinsames Essen wirklich Freude bereitet. Ich zahle bereitwillig auch Fahrtkosten für so eine Reise.  

Pilgerziele auf dem Jakobsweg Schweiz

ein wunderbares Quartier auf dem Jakobsweg

Pilgerziele in der Schweiz

Pilgerreisen bedingen eine aufmunternde, kräftigende, ja manchmal meditative Art zu wandern. Ein religiöses Motiv spielt keine Hauptrolle mehr. Sondern vielmehr sich die Zeit zu nehmen, sich an der Natur und Begegnungen zu erfreuen. An den wunderschönen Kirchen entlangzuwandern, ergibt einen Höhepunkt jeder Pilgerreise. Auch passende Übernachtungsmöglichkeiten sind auffallend leicht zu finden.

Eine Tagesstrecke sollte zirka 20 km ausmachen, diese durchwegs zu Fuß und lediglich mit den nötigsten Utensilien ausgestattet. Pilgern bedeutet, eine Reise mit leichtem Gepäck zu wandern. Smartphones scheinen hierbei praktisch zu sein, doch können diese leicht ablenken und sollten möglichst selten genutzt werden. Landkarten bewähren sich hierzu besser in Papierform. In der Schweiz werden für die Pilgerwanderung Pilgerpässe ausgegeben, die den Pilgern günstige Übernachtungen ermöglichen. 

Auf einem Ausflug zu den «Blumenreisen» sind wir auf den Jakobsweg in Rapperswil gestoßen.

Wir bereiten Ihnen gern eine Reise vor.
Im Internet eine einwandfreie Quelle;
Schweizer Jakobsweg

Nachfolgend ein paar schöne Destinationen in der Schweiz

Kloster Fischingen

Das wunderschöne Kloster Fischingen habe ich an einem Sonntag inspiziert. Wahrscheinlich wird sich nahezu jeder Pilger sofort in dessen Klosterbiergarten niederlassen und sich am hauseigenen und erfrischenden «Pilgerbier» erfreuen.

Das Pilgerbier wird nach überlieferten Rezepten aus der Brautradition der frühen Mönche und mit dem Klosterwasser von Pilgrim gebraut. 

Dieses Wasser wirkt als verbindendes Element jener zwei Welten, die die Klosteranlage vereint: die säkulare Welt mit Seminarhotel, Schreinerei, Brauerei und Schulbetrieb sowie die klerikale Welt der Benediktinergemeinschaft. 

Die Benediktiner leben in den schlichten aber schönen barocken Gemäuern. Ist der Durst eines Pilgers einmal gelöscht, werden seine Füße in der Idda-Kapelle verwöhnt, eine anmutige Kapelle im Barock- und Rokokostil. Einmal die Füße durch die Öffnung am Sarkophag der Heiligen Idda von Toggenburg gestreckt, und die Blasen verschwinden.

Im Klosterladen finden sich lokale Produkte, lesenswerte Bücher und selbstverständlich das Pilgerbier.

Das Hotel offeriert den Pilgern eine günstige Übernachtungsgelegenheit in Mehrbettzimmern mit reichhaltigem Frühstück, um sich gestärkt auf den Pilgerweg aufzumachen. Auf meinem Besuch im Juni 2023 ist ein Preis von CHF 45,- genannt worden.

Kartause Ittingen

Das ehemalige Kartäuserkloster Ittingen in der Nähe von Frauenfeld liegt leicht erhöht zwischen Rebbergen. Bis 1848 zogen sich hier Kartäusermönche zurück und konnten so ungestört ihren Alltag leben. Noch heute ist die sakrale Stimmung längst vergangener Zeiten spürbar. Zwischen den Klostermauern sind heute das Kunstmuseum Thurgau, ein Hotel, ein Hofladen und ein Restaurant untergebracht. Letzteres wird ganz im Sinne der klösterlichen Tradition der Selbstversorgung geführt und tischt Frisches aus eigener Käserei, Metzgerei, Bäckerei, der Fischzucht und dem Weinkeller auf. Überdies wächst in den paradiesischen Klostergärten reichlich Willkommenes, unter anderem der Hopfen.

Kloster St. Petersinsel

Jean Jacques Rousseau lebte auf der Petersinsel. «Ich halte diese zwei Monate für meine glücklichste Zeit – so glücklich, dass es für mein Erdendasein gereicht hätte», schrieb der Genfer Philosoph. Wir haben auch seine Wirkungsstätte in Môtiers besucht.


Das Kloster wurde im 11. Jahrhundert gegründet und bis ins frühe 16. Jahrhundert von Mönchen bewohnt. Die Bürgergemeinde Bern übernahm es und richtete schon bald erste Gästezimmer ein. Heute ist das Klosterhotel eines der schönsten historischen Hotels der Schweiz. Im Sommer laden zahlreiche versteckte Sandbuchten zum Baden ein. Auch wachsen dort feine Früchte insbesondere Trauben, woraus ein unverkennbar köstlicher Wein entsteht.

Kloster Mariastein

Es liegt südlich vor Basel und zieht jährlich Tausende von Pilgern an. Herzstück der Wallfahrten ist die in einer Felsengrotte versteckt liegende Gnadenkapelle. Ihre Legende erzählt: Ein Hirtenjunge hielt mit seiner Mutter in einer Höhle Mittagsrast. Während die Mutter schlief, schlich der Junge davon und stürzte über einen Felsen hinab. Mithilfe der Gottesmutter Maria überlebte er. Aus Dank errichtete der Vater des Jungen in der Höhle eine Kapelle.

Ein Missionar auf Abwegen

Ein Pater hat für die Armen eine Schule aufgebaut und Spenden für die Primarbildung eingesetzt. Ein redlicher Organisator und Prediger, jemand, der Menschen fair davon überzeugen kann, etwas mit Zeit oder Geld von Herzen beizusteuern. Er ist hingegen auch ein Mensch aus Fleisch und Blut, ein Mann mit Wunsch nach Zärtlichkeit. Lediglich geistlich auf Gott zu vertrauen, sei seiner Erfahrung nach schwierig für ihn – zu schwierig, um seiner Berufung zu folgen, sich Gott zu ergeben ohne sich selber zu schaden.

Mit einer jungen einheimischen Krankenschwester geht er schliesslich eine Beziehung ein, denn er ist verliebt und glücklich. Von seiner Stelle als Missionar muss er hingegen zurücktreten. Die Schule darf er behalten, die Gläubigen aus dem Ausland spenden daraufhin aber weniger. Nun kommerzialisiert er die Schule und ergänzt diese schliesslich mit einer Berufsschule. Denn Bildung lässt sich nicht mehr kostenlos genießen, dafür sind die Berufsaussichten besser.

Seine Familie wird aufgrund seiner Partnerschaft angefeindet. Ein Haus mit hohen Mauern muss her, um sich zu schützen. Seine Leistung für Schule, für den Mauerbau und als Lebenspartner ist beachtlich. Ich habe lange mit ihm sprechen können. Den Menschen im Sinne Christi zu helfen, sieht er weiterhin als seine Pflicht. Mein Fazit; ein einwandfreies Leben als Priester wird allmählich toleriert und schliesslich akzeptiert, wenn der fragliche Priester unerwartet geheiratet hat. Aber einem Schulleiter wird kaum etwas vergönnt. Obwohl der Bildungswettbewerb härter geworden ist. Diese Kombination macht es für einen Pater in zusätzlicher Funktion eines Schulleiters alles andere als einfach.

Ich bewundere diesen Missionar, der für die Kirche keiner mehr ist.

Predigt super, Handlung «heisse Luft»

Seine Predigen sind perfekt, nah am Zeitgeschehen, rhetorisch versiert, stimmgewaltig und emotional. Seinetwegen strömen die Leute in die Kirche. Sein Auftreten erntet Beifall, mit stimmiger Antwort zu allen Fragen wartet er auf.

Aber er schützt umfassend sein unterstützendes Umfeld und lässt daher Ungerechtigkeiten zu, traut sich nach Hinterfragungen gegenüber seiner Befürworter kaum zu agieren, beziehungsweise überlässt er hierzu die meiste Arbeit anderen. Seelsorgerische Gespräche mit ihm verlaufen schwierig, weil er zu sehr von sich überzeugt ist. Probleme der Gläubigen kann er kaum einschätzen. Auch gewiss deshalb umgibt er sich weitaus mehr mit seinem Kirchenrat und der Obrigkeit als mit herkömmlichen Kirchgängern.

Immer mehr Kritik fällt unter den Tisch. «Er kann doch so gut predigen!» Doch was bringt das? Strategisch geschickte Reden als Aufgabe der Kirche? Wo Seelenheil und Spiritualität? Freilich braucht ein Pfarrer etwas von beidem. Nur ein Redeschwinger und glänzender Repräsentant wird eher wahrgenommen und somit eher geschätzt als jener Pfarrer, der Schlichtheit, Stille und auf Augenhöhe die Nähe zu Menschen in Not sucht, sowie diese Augenhöhe auch gegenüber einfachen Zuständen anderer wahrnimmt.

In der Kirche arbeiten Menschen. Sollten wir nicht achtgeben, dass wir diese nach ihren Handlungen und nicht zu sehr nach ihren Worten beurteilen? «Doch, bestimmt sollten wir das.»

So stelle ich mir einen Nachfolger Christi vor

Er geht auf die Menschen zu, ruhig und verständnisvoll. Sein Pfarrhaus ist offen. Ein bescheidener Pfarrer, der hohe Empathie signalisiert. Danach ausgerichtet, den Menschen voll und ganz zuzuhören, und das mit all seinen Sinnen.

Trifft er in der Stadt andere an, fragt er immer, wie es ihnen geht. Dies gleich in Hinblick auf ihre Familie, Arbeit und Freizeit. Denn allen soll die Gelegenheit überlassen bleiben, ein wenig über sich zu plaudern.

Die Messe führt er ruhig und besinnlich, dennoch spricht er die aktuellen Probleme und Herausforderungen an. Anschließend lädt er ins Pfarreiheim ein. Dort begrüßt er jeden und bleibt solange, bis es alle verlassen haben. Seinen Mitarbeitern überlässt er Freiraum und Mitsprache, bei deren Wahl er gewissenhaft und wohlüberlegt vorgeht.

Ich musste einige Abdankungen miterleben. Ein davon betroffener Pfarrer begab sich zu den Menschen nach Hause. Gottes Gegenwart ist zu Hause bei den Menschen, eigentlich immer wieder überall im Alltag; manchmal fragte ich mich hingegen, ob er in diversen Kirchgemeinschaften weniger wirkt als in den Gässchen einer Stadt, und ob seine Gegenwart in diesen Kirchen manchmal unerwünschter und deshalb weniger präsent ist. Der fragliche Pfarrer ist von Repressalien betroffen, steht für andere Nachfolger Christi und geht alles anders an als der glänzende Prediger im folgenden Beitrag.
Priester als Prediger

Meine Zeit als Pfadfinder

Sowohl meine Kind- und Jugendzeit als auch Zeit als junger Erwachsener verbrachte ich bei den Pfadfindern. Es war schön damals, oft in der Natur und mit gemeinsamem Zeltlager-Leben. Zahlreiche Begegnungen und lange Nächte am Lagerfeuer säumten diesen Weg. Ich lernte vieles.

Wegzeichen legten wir, damit unsere Freunde uns folgen konnten; erst heute ist mir diese Symbolik klar. Denken wir auf unseren Reisen an Wegzeichen? Achten wir wirklich auf die Wege, die wir beschreiten? Eher nicht, zu oft werden Sehenswürdigkeiten abgespult. Wie oft halte ich mich noch in der Natur auf, nur so, mit Schlafsack? Ich schaffe das nicht mehr, bin zu bequem geworden.

Heute denke ich gerne an diese Zeit zurück. Viel habe ich den Pfadfindern zu verdanken, Freundschaften schloss ich, tolle Menschen lernte ich kennen, zig herrliche Abende erlebte ich, und lernte bei allen Problemen immer eine Lösung zu finden.

In dieser Zeit engagierte ich mich stark für die Kirche, akzeptierte Entscheidungen, die anders hätten sein können. So durften wir niemals eine bestimmte Jugendarbeiterin als geistlichen Beistand ernennen, auf Druck eines Pfarrers hin lehnte sie eine möglichen Wahlbeteiligung immerzu ab. Ferner verbot ein katholischer Pfarrer unser Vorhaben des Aufbaus einer Pfadfindergruppe anhand einer gewissen Konkurrenz zur Kolpingjugend. Wir bauten die Gruppe schliesslich mit einem evangelischen Pfarrer auf, da war jegliche Konfession für uns unwichtig.

Dennoch, die Begeisterung und das Verfolgen gemeinsamer Ziele überwog deutlich, und ich bin stolz auf jene Zeit, auf die zahlreichen Lager, Bildungswochenenden und Kirchentage.

Funktionär in der Jugendarbeit

Während meiner Zeit bei den Pfadfindern ergab es sich, dass ich Funktionen in Arbeitskreisen und Verbänden wahrnehmen durfte. Es war mir immer wichtig, die Gruppenstunden regelmäßig zu leiten. Die Welt, die sich mir eröffnete, machte ich auch meinen Kameraden zugänglich.

Als kirchlicher «Funktionär» verfügte ich über eine breitere Auswahl an Veranstaltungen, und als Multiplikator in der Jugendarbeit konnte ich an einigen Reisen teilnehmen.

  • Sowjetunion 1979
  • Kenia 1980
  • Philippinen 1981
  • Mexiko 1982.

Die Reisen beeindruckten mich sehr. Mit Zeitungsaustragen hatte ich das Geld zusammengespart. Vorbereitungs- und Nachmittagstreffen hatten stattgefunden, wir hatten dafür Lieder geübt und uns auf die bevorstehenden Reisen eingestellt. Schliesslich begaben wir uns als Vertreter der kirchlichen Jugendarbeit auf unsere Reisen. Einflüsse hinsichtlich späteren Arbeiten in Verbänden und in der Pfarrei waren erwünscht.

Zu jeder dieser Reisen werden Erinnerungen wach, waren es doch besondere Erlebnisse mit Menschen. Das touristische Programm interessierte mich weniger, obwohl dieses meist hervorragend organisiert war.

Was ich da lernte, gebe ich gerne weiter.